Kein ganz gewöhnliches Leben

Lesung und Vortrag mit Baby Halder

Baby Halder wuchs in armen und zerrütteten Familienverhältnissen auf und konnte ihre Schulausbildung nicht abschließen. Im Alter von 13 Jahren wurde sie verheiratet. Mit 14 Jahren bekam sie ihr erstes Kind. Zwei weitere folgten. Ihre Ehe war geprägt von Gewalt. Ihr Leben unterscheidet sich nicht viel von dem Millionen anderer indischer Frauen. Bemerkenswert sind ihr Mut und ihre Lebenskraft, mit der sie immer wieder versucht hat, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Schließlich flieht sie mit ihren drei Kindern nach Delhi und arbeitet als Hausangestellte bei dem Schriftsteller und Anthropologen Prabodh Kumar. Er entdeckt ihr Interesse an Büchern und ihr Talent zum Erzählen und ermutigt sie, ihr Leben aufzuschreiben. Das Ergebnis ist ihre Biografie “Kein ganz gewöhnliches Leben”.

Zwangsverheiratungen, häusliche Gewalt, mangelnde Bildungschancen: Es gibt zahlreiche Bücher über die Situation von Frauen in der indischen Gesellschaft. Das Besondere an “Kein ganz gewöhnliches Leben” sind die Autorin und die Entstehungsgeschichte des Buches. Baby Halder beschreibt ihr eigenes Leben – und das auf eine lebhafte und erschütternde Art und Weise, wenn auch ohne eine Spur von Selbstmitleid.

Wir laden zu einer Lesung mit Baby Halder und einem einführenden Vortrag der indischen Frauenrechtlerin Preeti Gill zur Rolle der Frau in der indischen Gesellschaft. Dr. Annemarie Hafner liest aus der deutschen Übersetzung.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung, Bengal Link e.V. und Deutsch-Indischer Gesellschaft Halle mit dem Draupadi Verlag im Rahmen der Halleschen Frauenkulturtage.

Veranstaltungsort und -zeit:

22. Oktober 2008
20.00 Uhr

Riff-Club (Kulturinsel Halle, Große Ulrichstraße 50-51)
Halle (Saale)

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