Mach doch, was du willst

Eine Krise verlangt unkonventionelle Lösungsansätze. Man kann sich den Lebensunterhalt als Fahrkartenzwischenhändler verdienen oder die Familie unter ökonomischen Aspekten betrachten und Mitglieder entlassen, um effektiver zu wirtschaften. Man kann sich Arbeit aber auch einfach nehmen und Löhne erzwingen. Man kann sich der Logik von Verwertung und Effektivität unterwerfen, man kann es aber auch bleiben lassen. “Mach doch, was du willst” ist die filmische Antwort auf die Frage nach der Zukunft der Arbeit und das Ergebnis eines Wettbewerbs, den die Kulturstiftung des Bundes 2006 ausgeschrieben hatte. Zu sehen sind 11 Kurzfilme in einer facettenreichen Mischung von Themen und Macharten, einige bereits mehrfach ausgezeichnet

Eine Veranstaltung gemeinsam mit dem Thalia-Theater Halle und dem LUX.PUSCHKINo im Rahmen der Reihe “An die Arbeit!“.

Veranstaltungsort und -zeit:

26. Februar 2008
19.00 Uhr

PUSCHKINo im Puschkinhaus (Kardinal-Albrecht-Str. 6)
Halle (Saale)


Wie ich ein freier Reisebegleiter wurde /
Regie: Jan Peters / 15 Min. /

Ein Filmtagebuch über einen Frührentner, der sich etwas dazu verdient, indem er sich eine Gruppen-Tageskarte für die U-Bahn kauft und am Fahrkartenautomaten den Reisenden anbietet, sie zum Reiseziel zu begleiten – gegen Kostenbeteiligung, etwas günstiger als der Fahrpreis.
Wirtschaftswunder /
Regie: Andreas Teuchert / 16 Min. /

Überholte Utopie oder Zukunftsmodell? 76 KommunardInnen in Niederkaufungen versuchen stets aufs Neue, sich der Idee anzunähern. Hier spielen sie sich selbst – ein komplexes soziales Gefüge auf engstem filmischen Raum.Deutschland – Ein Herbstmärchen /
Regie: Jochen Hick / Karin Wallenczus / 16 Min. /

Die Zukunft der Arbeit entwickelt sich als Zukunft ohne sie. Sind wir auf ein dieses Szenario ge- fasst? Geld gegen Arbeit ist tot, es lebe die Arbeit.Outsourcing /
Regie: Markus Dietrich/Hanna Reifgerst / 6 Min. /

Das kleinste Unternehmen ist die Familie. Was wäre, wenn man diese nur unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet? Wenn die Familie plötzlich Mitglieder entlässt, um effektiver zu wirtschaften?Peters Prinzip /
Regie: Jim Lacy/Kathrin Albers / 4 Min. /

Du musst nicht schneller als ein Krokodil schwimmen können, um einen Angriff zu überleben. Du musst nur schneller schwimmen können als dein Kollege neben dir.

Mit Pferden kann man nicht ins Kino gehen /
Regie: Anna Wahle / 8 Min. /

Was bedeutet Arbeit in Zukunft? Haupt-und Gymnasialschüler zwischen 12 und 20 erzählen, welcher Beruf sie glücklich machen würde, was ihnen Angst macht und was im Leben wichtig ist.
Bus /
Regie: Jens Schillmöller/Lale Nalpantoglu / 9 Min. /

Eine Arbeits-Guerilla, die sich Arbeit einfach nimmt und Löhne erzwingt, lebt in einem Bus. Eine Anhalterin bringt das System durcheinander.

Recycelte Planeten /
Regie: Mojgan Ghanaatgar/Jeanine Reutemann / 2 Min. /

Ein Mann geht von Tür zu Tür zwecks Arbeitssuche, wird jedoch überall abgelehnt. Eines Abends steigt er auf den Mond und gestaltet seine eigene Arbeitswelt aus Weltraummüll.

Eine Schauspielerin versucht zu weinen /
Regie: Arne Bunk / 3 Min. /

Eine Schauspielerin versucht zu weinen. Sie arbeitet.

Waldmeister /
Regie: Markus Mischkowski/Kai Maria Steinkühler / 9 Min. /

Die Langzeitarbeitslosen Mike und Alfred sind in eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme geraten. Sie sollen städtische Grünanlagen von Müll befreien. Fallmanager und Psychologin kümmern sich um sie. Eine Parodie auf moderne Arbeitswelten und ihre Diskurse.

Die neue Zeit /
Regie: Karsten Wiesel / 2 Min. /

Arbeit war das wichtigste Thema in Dokumentar- und Propagandafilmen der DDR. Ein Blick in die Archive zeigt, dass in den Filmen immer wieder die gleichen Archivbilder montiert wurden. “Die neue Zeit” beschwört die alten Geister sowie den Traum, dass die Bemühungen des Menschen ihm selbst in einer paradiesischen Zukunft zugute kommen werden.

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